Der Tod am Beginn des Lebens führt im Ansehen unserer Gesellschaft ein Schattendasein.

Wenn vom Tod eines Kindes die Rede ist, gelten die Aufmerksamkeit und das Mitgefühl meist jenen Eltern, die ihre Kinder durch eine Krankheit oder einen Unfall verloren haben.

Jedes Jahr  sterben in Deutschland 4500 Kinder während der ersten Wochen oder gar in den ersten Stunden nach der Geburt. Ungefähr 2500 Kinder kommen tot zur Welt. Jedes Jahr erleiden schätzungsweise 450 000 Frauen eine Fehlgeburt. Von diesen Schicksalen spricht kaum jemand!

Statistiken sind diesbezüglich in Deutschland - dank anderer Gesetzeslage - leichter erstellbar als in Österreich, doch auf 100.000 Personen kommt in Österreich in etwa der gleiche Wert heraus.

Der Tod im Mutterleib und das Sterben kurz nach der Geburt werden meistens totgeschwiegen, man spricht von einem Missgeschick, von einer Fehlleistung der Natur. Durch eine neue Schwangerschaft könne das alles wieder wettgemacht werden. Es wird oft nicht wahrgenommen, daß Familien Föten, Embryos und Totgeborene genauso betrauern wie andere Kinder auch.

Die moderne medizinische Versorgung in den Geburtskliniken Deutschlands steht oft in krassem Widerspruch zur seelischen Begleitung, die Eltern von fehl-, früh- oder totgeborenen Kindern erfahren, besser gesagt nicht erfahren. Die Entbindung des Todes ist für viele Ärzte und Hebammen eine narzißtische Kränkung, die schnell wieder ungeschehen gemacht werden soll.

Viele Frauen und Mütter mit Fehl- und Totgeburten fühlen sich schuldbewußt, weil sie als Trägerinnen des Lebens versagt haben. Sie sind fügsam und stellen keine Fragen. Meist wollen sie schnell und schmerzlos den Tod im eigenen Leib loswerden, um ihn zu vergessen.

Die quälenden Fragen, die Selbstvorwürfe, die Schuldgefühle, die Trauer kommen erst später, zu einem Zeitpunkt, wo es meist zu spät ist.

Was war mit meinem Kind? Was ist mit ihm geschehen? Ist es in der Pathologie? Ist es “medizinischer Sondermüll”- der in unseren Müllverbrennungsanlagen gesetzlich verpflichtend entsorgt werden? Den Variationen der Alpträume um einen Tod am Anfang des Lebens sind keine Grenzen gesetzt.

In einer Zeit, in der oft vom “Schutz  und von der Würde des ungeborenen Lebens” die Rede ist, bilden trauerfeindliche Bestattungsgesetze einen krassen Gegensatz.

Wenn Frauen nach einer glücklosen Schwangerschaft rechtzeitig zum Fragen ermutigt würden, wenn Frauen auch diesen verlorenen Kindern einen Grabplatz geben dürften, könnten sie ihre gestorbenen Hoffnungen besser betrauern und begraben.

Wenn ein Kind um die Geburt herum stirbt, stellte sich für die in der Geburtshilfe Tätigen die besondere Aufgabe der Begleitung der Geschwister und der Eltern. Es wäre schön, wenn sie den Eltern Weggefährten auf einem schmerzhaften Stück ihres Lebensweges wären. Die Eltern und Geschwister brauchen in dieser Zeit besonders menschliche Wärme, Kontakt und tiefes Interesse. Für die begleitenden Menschen ist es oft schwierig, mit den Trauernden umzugehen, da ihre eigene Trauer angerührt (in Selbsthilfegruppen heißt dieses Phänomän "triggern" und wird unter folgenden Link erklärt: www.trigger-aufklaerungs.info.ms.

Bei Ärzten, Hebammen und Krankenschwestern bleibt oft ein Gefühl von Unvermögen, weil sie nicht in der Lage waren, das Leben des Kindes zu retten. Für sie ist es dann wichtig, über ihre Schuldgefühle zu reden und sich bewußt zu machen, daß sie alles in ihrer Macht stehende getan haben.

Wichtig  ist es, daß die Eltern in einer liebevoll und würdevoll gestalteten Atmosphäre von ihrem Kind Abschied nehmen können - was leider nicht immer geschieht. Eine brennende Kerze im Raum und eine Blume können für die Eltern sehr viel bedeuten. Die Eltern, Geschwister, vielleicht auch Großeltern, andere Verwandte und Freunde brauchen viel Zeit, um sich von dem toten Kind Abschied zu nehmen, um es zu sehen, zu berühren und im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen.

Der perinatale Tod eines Kindes ist eine tiefgreifende Krisenerfahrung für die Eltern. Es ist wichtig für sie, ihre Trauer ausdrücken zu können, wie z. B. durch Weinen, Schreien, durch Sich-zurück-Ziehen, ... .

Ursachen für den frühen Tod: www.endometriose.info.ms

 

 

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