Experten beklagen die Situation in Deutschland
Schmerztherpaie für Kinder? In Deutschland Fehlanzeige!
Laut Experten erhält in Deutschland jedes zweite Kind nach Operationen eine unzureichende Schmerztherapie und jedes dritte überhaupt keine. Einige hunderttausend Kinder in Deutschland leiden an chronischen oder immer wiederkehrenden Schmerzen.  28.01.03 - Das sind einige vorweg kurzgefasste Aussagen von Experten auf den Dattelner Kinderschmerztagen.

Rund 800 Kinderärzte, Kinderkrankenschwestern, Kinderpsychologen und andere Schmerztherapeuten treffen sich auf den 2. Dattelner Kinderschmerztagen - Kongress für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin im Festspielhaus Recklinghausen.

Veranstalter dieser europaweit einmaligen, alle zwei Jahre stattfindenden Tagung sind die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln - Universität Witten/Herdecke und der Verein "eigenes leben - Hilfen für Kinder mit Schmerzen oder lebensverkürzenden Erkrankungen" mit ihrem Internetauftritt www.eigenes-leben-ev.de. Leiter des wissenschaftlichen Programms ist Dr. Boris Zernikow, Leiter des Instituts für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin in Datteln und Herausgeber des ersten deutschen Lehrbuches für Kinderschmerztherapie.

"Die Versorgung chronisch schmerzkranker Kinder ist in Deutschland katastrophal. Gerade mal eine einzige Einrichtung bietet eine umfassende schmerztherapeutische Betreuung bei allen Formen chronischer Schmerzen im Kindesalter an", klagt der Kinderschmerzexperte aus Datteln.

Rund 16.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland werden das Erwachsenenalter nicht erreichen. Jedes Jahr sterben 1500 Kinder in Deutschland an einer lebensverkürzenden Erkrankung - 500 davon an Krebs. Die Kinder leiden in ihren letzten Lebenswochen an Schmerzen, Erbrechen, Luftnot und anderen Krankheitszeichen.

"Unser Ziel ist eine häusliche rund-um-die-Uhr Versorgung der sterbenden Kinder, eine professionelle durchgeführte Linderung der Krankheitssymptome und eine Begleitung der Familie" erklärte Zernikow.

"Kinderhospize sind nur ein Standbein ", ergänzt Dr. Stefan Friedrichsdorf, Manager des Kinderpalliativprojektes PATE und Vorstandsmitglied von eigenes leben e.V., "hinzukommen müssen eine kompetente ärztliche Betreuung, eine psychosoziale Begleitung über den Tod des Kindes hinaus und die Einbindung ambulanter Kinderkrankenpflegedienste."

Eigenes leben e.V. unterstützt deshalb ein erstes Fortbildungsangebot in Pädiatrischer Palliativmedizin für Kinderärzte und -schwestern. eigenes leben plant außerdem eine telefonische Betreuung betroffener Familien durch verwaiste Eltern und ein Kinderpalliativzentrum.

 

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